Toter Winkel

Mordstreifen als Wort des Jahres für ungeschützte Radspuren

Mordstreifen, eine Bezeichnung für Schutzstreifen, die ich durchaus nachvollziehen und teilen kann. Ich habe diese Schutzstreifen bisher immer Selbstmörderstreifen genannt. Denn, wenn man sie befährt, begibt man sich in Lebensgefahr. 

Die Belgier waren nun so konsequent und haben »Moordstrookje“ zum Wort des Jahres gewählt. 

Zurückzuführen ist »Moordstrookje“ wahrscheinlich auf den Parlamentsabgeordneten im flämischen Parlament Björn Rzoska, der ihn dort in einer Rede gebrauchte und sich dafür kritisieren lassen musste.

Sicherlich ist es nicht so, dass ein Autofahrer vorsätzlich einen Radfahrer auf einem solchen Schutzstreifen zu Tode bringt, passieren kann es allerdings trotzdem sehr leicht. 

Der Mordstreifen

Meist werden die Schutzstreifen so geführt, dass sie im Dooringbereich der am Fahrbahnrand parkenden Auto liegen.
Geht eine Türe auf, ragt die Autotür weit in den Schutzstreifen hinein. Da häufig der Schulterblick vor dem Öffnen der Autotüre nicht erfolgt, liegt hier eine nicht zu unterschätzende Gefahr für den Radfahrer. Im Kollisionsfall geht es in der Regel nicht ohne schwerste Verletzungen aus. Todesfälle durch diese Art des Unfalls sind nicht selten. 

Links wird man von Autos überholt.
Autofahrer wissen allerdings selten, dass auch bei einem Schutzstreifen der Überholabstand von 1,5 – 2 Meter eingehalten werden muss und überholen deshalb häufig zentimernah. 

Wann muss man auf dem Radweg/Radfahrstreifen/Schutzstreifen als Radfahrer fahren?

Das ist ein Thema, das nicht einfach zu beantworten ist. Es gibt als Radverkehrsanlage: Radfahrstreifen, Schutzstreifen, Radwege und benutzungspflichtige Radwege.

Schutzstreifen
Der Schutzstreifen wird durch eine durchbrochene Linie (Zeichen 340 (Leitlinie; unterbrochene Linie) angezeigt. Er befindet sich am rechten Rand der Fahrbahn und darf nicht überfahren werden, wenn dadurch andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden. Durch das Rechtsfahrgebot wird er in der Regel von Radfahrern genutzt.
Allerdings gilt auch hier für die Nutzung, dass man sich selbst nicht gefährden muss. Gerichte haben entschieden, dass man im Regelfall ein Abstand von  70 – 100 cm vom Lenker zum Fahrbahnrand eingehalten werden sollte.

Da kann es schon passieren, dass man als Radfahrer, wenn man links neben dem Schutzstreifen fährt,  angehupt, und es wird heftig gestikuliert: Fahr gefälligst auf dem dir zugewiesenen Platz. Kein Radfahrer muss sich allerdings selbst gefährden.

Bei allen auf der Fahrbahn angelegten Arten von Radverkehrsanlage gilt für den Autofahrer, dass er den Überholabstand von 1,5 – 2 Meter einzuhalten hat.

Radwege

Bei Radwegen kann die Benutzungspflicht auch aufgehoben sein, wenn sie durch entsprechende Schäden für den Radfahrer nicht gefahrlos fahrbar sind. Das gilt auch, wenn dieser als benutzungspflichtig  Schild (Zeichen 237) ausgewiesen sind.

Missverständnisse durch Unwissen

Um solches Unwissen zu dezimieren, schlage ich regelmäßige verpflichtende Verkehrsseminare vor, in denen die Neuerungen im Straßenverkehr den Autofahrern vermittelt werden. Es kann nicht sein, dass ein Autofahrer mit 70 Jahren immer noch mit dem Wissen seiner Führerscheinprüfung als 18-jähriger am Straßenverkehr teilnimmt. So ist es im Moment in Deutschland.

Wären die Überholregeln bei Radverkehrsanlagen den Autofahrern bekannt,  gäbe weniger Konfliktpotenzial im Straßenverkehr.

Hinweis

An dieser Stelle weise ich ausdrücklich darauf hin, dass ich juristischer Laie bin. Dieser Text stellt keinesfalls eine juristische Beratung dar, sondern ist der eine juristisch unbeleckten Menschen.

Links

Schutzstreifen für Radfahrer: Ohne Benutzungspflicht keine Klagebefugnis

Radverkehrsanlage

„Mordstreifen“ als Bezeichnung für ungeschützte Radspuren, ist Wort des Jahres 2018 in Belgien. 

 

Übersetzung des Artikels aus dem Niederländsichen mit Googlge-Translate

„Moordstrookje“ wurde zum Wort des Jahres gewählt, verkündete Van Dale. Es handelt sich um einen Radweg, der nahe an einer Straße liegt und daher sehr gefährlich ist. Eine sehr auffällige Wahl.

Achtzehn Wörter wurden nominiert. Die Flamen konnten zwischen dem 28. November und dem 17. Dezember abstimmen. Am Ende haben dies fast 10.000 getan, von denen knapp jeder fünfte (21,2 Prozent) das Wort „Mordschein“ wählte.

Die ersten drei werden durch „Mangomoment“ und „Wachstumspaket“ ergänzt.

Der Wettbewerb des Wortes des Jahres wurde in den letzten Jahren von den Koesterkoffers (2017), Samsonseks (2016), Mutterschaftskosten (2015), Flash-Marathon (2014), Selfie (2013), Frietchinees (2012), Bürgersteigen (2011), Tentsletje (2011) gewonnen. 2010), friends (2009), swaffelen (2008) und boxitoproof (2007).

Kein gewöhnliches Wort

„Mordstreifen“ ist ein umstrittenes Wort. Als der grüne Parlamentsabgeordnete Björn Rzoska ihn kürzlich im flämischen Parlament einsetzte, wurde er sowohl von Premierminister Bourgeois (N-VA) als auch vom Abgeordneten Bart Somers (Open VLD) scharf kritisiert. Immerhin bedeutet das Wort „Mord“, dass Sie sehr bewusst jemanden töten. Als ob der Straßenmanager oder Autofahrer, die nicht vorsichtig waren, die Radfahrer sehr bewusst gefährden und zugrunde gehen lassen.

Auf jeden Fall zeigt das Wort, wie die Flamen, die an dieser Umfrage teilgenommen haben, über die Verkehrssicherheit denken.

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