Toter Winkel

Frau am Steuer, Ungeheuer!

Ein Spruch, dem ich bisher vehement widersprochen habe. Im Moment weiß ich nicht, ob die Floskel nicht doch zutrifft.

Es ist zwar nur ein persönlicher Eindruck und entbehrt jeder empirischen Grundlage, trotzdem geht mir der dieses Empfindung nicht aus dem Sinn.

Bei Autofahrern erlebt man häufig im Straßenverkehr Unkenntnis bezüglich der geltenden gesetzlichen Bestimmungen. Allein, wann ein Radweg benutzt werden muss, stellt viele schon vor ein großes Problem.
Wenn wundert das, denn wenn ein Führerschein mit 18 gemacht worden ist, ist die Kenntnis der Verkehrsregeln bei einem 58-jährigen Autofahrer dreißig Jahre alt. Regelmäßige Auffrischung ist nicht vorgesehen, ebenso wenig wie eine Gesundheitsprüfung ab einem gewissen Alter, wie es zum Beispiel in der Schweiz üblich ist und vom Hausarzt durchgeführt werden kann.

Mit veraltetem Wissen und häufig mit körperlichen Einschränkungen werden Fahrzeuge von zwei Tonnen Gewicht mit zweihundert PS von Menschen bewegt, die es kaum schaffen ein- oder auszusteigen.
Die Technik, die ihnen das Autofahren erleichtern soll, überfordert sie, weil sie nicht wissen, wie sie sie nutzen können. Schon die Kopplung des Handys mit der Freisprecheinrichtung bereitet Probleme und wenn es geklappt hat, überlastet die Nutzung/Bedienung mit den Lenkradtasten. 

Was mir hauptsächlich aufgefallen ist, ist das Fahrverhalten von Männern und Frauen. Wie gesagt, ein Eindruck.

Fahre ich auf einer relativ schmalen Straße, die links und rechts beparkt ist und mir kommt ein Fahrzeug entgegen, so halten Männer häufig und warten, bis die Engstelle passiert ist.
Bei Frauen ist das anders. Sie schauen oder besser, stieren geradeaus, nehmen nichts sonstiges mehr wahr und halten auf mich zu. Dann passieren Sie mich mit einem Abstand, der dafür sorgt, dass sich mir die Nackenhaare aufstellen und der Puls sich beschleunigt, als führe ich einen steilen Berg hinauf.

Insbesondere dieser Blick, als trügen sie Scheuklappen, ist zu erkennen. 

Normal in einer solchen Situation ist es meist, dass zumindest die Geschwindigkeit des Pkws reduziert wird, aber das ist ebenfalls nicht der Fall. 

Werde ich von hinten überholt, so erlebe ich es oft, dass Frauen viel zu nah an mir vorbeifahren.

So gestern. Tempo 30, doppelt durchgezogene weiße Linie. Ich fahre 27 km/h, so zeigt mein Tacho an. Von hinten höre ich ein Fahrzeug kommen. Da ich vergleichsweise mittig fahre, rechne ich nicht damit, überholt zu werden.

Falsch gedacht. Eine Frau in einem Fiat 500 überfährt die doppelte Mittellinie, zwingt den Gegenverkehr Gleiches zu tun auf den ehemaligen Radweg, der immer noch als solcher genutzt wird, auszuweichen, und hält einen Abstand von zwanzig Zentimeter zu mir für ausreichend. 

Mir ist nicht klar, ob sie die Gefahr nicht einschätzen können, die von Ihnen ausgeht, oder ob es ihnen schlicht am Arsch vorbeigeht, wenn sie mich verletzen.

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