Toter Winkel

Aggression im Straßenverkehr: Wenn ich aussteige, schlag ich dich kapott!

Vorausgegangen ist dieser Drohung ein Manöver eines Autofahrers, der erst rechts blinkte, dann, als ich mit dem Rad an ihm vorbeifahren wollte, links blinkte und ohne zu schauen, die Richtung änderte. Dass ich in dieser Situation einen lauten »Brüll« ausstieß, um mich bemerkbar zu machen, erfolgte die in der Überschrift genannte Reaktion.

Gerechnet hätte ich mit einem entschuldigenden Handzeichen oder, da die Seitenscheibe unten war, mit einer anderen bedauernden Aussage.

Nein, ein ausgesprochen aggressives »Wenn ich aussteige, schlag ich dich kapott!«

Das war die dritte Reaktion, mit der sich ein Autofahrer für sein Fehlverhalten unangemessen entschuldigte auf meiner Fahrt quer durch die Stadt von Longerich in den Kölner Süden. 

Ich muss sagen, dass ich mich an die Regeln halte, bei Rot warte, obwohl mir das bei den autofahrerfreundlichen Ampelschaltungen bisweilen schwerfällt. 

Dreimal durch Unachtsamkeit von Autofahrern fast vom Rad geholt worden. Zweimal war dabei ein Handy im Spiel. Dazu Fußgänger, die auf dem Radweg laufen, Mülltonnen auf dem Radweg und natürlich parkende Pkws.

Die Infrastruktur ist für Radfahrer in Köln eine absolute Katastrophe. Selbst auf den neuen Radspuren auf den Kölner Ringen findet man parkende Autos, obwohl diese Spuren eindeutig gekennzeichnet sind. Das Wechseln beim Überholen solcher Hindernisse ist nicht ungefährlich, denn häufig kämpfen Autofahrer hier um jeden zehntel Millimeter und verhindern, dass ein Radfahrer sich in den fließenden Verkehr einordnen kann. 

Ja, ich weiß, es gibt desgleichen Radfahrer, die sich so verhalten. Sehr zu meinem Leidwesen, denn sie verderben das Image aller Radfahrer, ebenso wie dies die Autofahrer tun, die sie nicht verkehrsgerecht und großzügig verhalten. 

Die Fahrt durch Köln hat mir gereicht. Ich war genervt und hatte keine Lust mehr, wie häufig, in Köln mit dem Rad zu fahren. Letztendlich nehme ich bei der nächsten Fahrt wieder das Rad, denn es gibt keine schnellere Art, sich durch Köln zu bewegen, ohne ständig im Stau zu stehen.

Dazu diese Naturerlebnisse, die sich wie Balsam auf die Seele legen, wenn an durch den Weißer Bogen fährt.

Kurz bevor ich zu Hause war, ein ausgesprochen positives Erlebnis mit einem BMW Mini Fahrer. Er blieb hinter mir und hat mich nicht überholt, weil es recht eng war. Das hatte den Mercedesfahrer vor ihm nicht gestört, als er mich knapp überholte. Fast einen Kilometer ist er hinter mir hergezockelt mit schlappen 30 km/h. Minis können also auch langsamer! 🙂

Pferde auf der Weide im Weißer Bogen
Pferde auf der Weide im Weißer Bogen

 

 

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