Egoismus, Disziplinlosigkeit und Aggression kennzeichnet unser Verhalten im Verkehr

Lieber mit dem Fahrrad durch Köln

Seit Jahren fahre ich innerhalb des Kölner Stadtgebietes in der Regel mit dem Fahrrad. Das ist stressfreier und mindestens ebenso schnell, wie mit einem anderen Verkehrsmittel. Mit dem Rad bin ich flotter am Ziel, muss keinen Parkplatz suchen und habe gleich was für die Gesundheit getan. Vielleicht liegt es daran, dass ich schon seit Jahren keine Erkältung mehr hatte.

Heute musste ich mein Fahrrad zur Inspektion bringen. Da ich nicht bis zum Ender der Inspektion warten konnte und der Fahrradladen meines Vertrauens, Radmarkt Schuhmache, in Longerich liegt, ich im Kölner Süden wohne, habe ich kurzerhand den Fahrradträger montiert, das Fahrrad ordentlich gesichert und bin zur A 555 gefahren.

Mit dem Auto unterwegs

Ich war noch nicht die Auffahrt bis zum Ende gefahren, da sah ich das Dilemma: Stau. Das ist fast Standard, denn das ist der Rückstau von der A 4, der meist schon lange vor der Rodenkirchener Brücke in Richtung Frankfurt besteht.

Fast den ganzen Tag die gleiche Situation.

Da ich die A 4 in die andere Richtung fahren wollte, ordnete ich mich auf der mittleren Spur ein. Hier läuft es meist besser. Allerdings war es heute anders.

Ich sah schon, wie Autos von der mittleren Spur auf die linke fuhren um im weiteren Verlauf wieder rechts einzuscheren.

Stau aus Egoismus

Der Grund, ein Lkw stand auf der mittleren Spur, hatte den Blinker rechts gesetzt und wartete darauf, dass er auf die rechte Spur wechseln konnte. Etwas spät, denn es begann schon die dicke weiße durchgezogene Linie.

Fünf Minuten stand ich, bis es ein kleines Stück weiterging. Auf der linken Spur überholte ein Pkw und scherte auf die mittlere Spur ein, um dann weiter auf die Abfahrt Richtung Rodenkirchener Brücke (Frankfurt) zu kommen. Die Kurve zur Abfahrt war von ihm schon erreicht. Der nächste schoss an mir vorbei und drängelte sich vorne wieder auf die mittlere Spur, weil ein Pkw-Fahrer dort dem Vordermann nicht auf die Pelle gerückt war.

Dieser Vorgang wiederholte sich ein paar Mal. Scheint inzwischen ein Sport zu sein.

Dass einer der Fahrer darüber nachdenkt, was er durch sein Einscheren verursacht, kann ich mir nicht vorstellen.

Jedes Mal, wenn ein Pkw einschwenkt und die schon wartenden wieder zum Bremsen zwingt, verlängert sich der Stau dahinter.

Kein Vorteil durch solche Fahrweise

Purer Egoismus für eine tausendstel Sekunde gefühltem »Vorteil«. Obwohl es kein wirklicher Gewinn von Fahrzeit und schnellerem Ankommen ist, wird der Verkehrsfluss massiv behindert. Da das aber auf den Spuren vor ihm nicht anders ist, setzt sich das Bremsen und der Stau fort.

Hauptursache ist,neben einer solch egoistischen Fahrweise, der hohe Unterschied in den gefahrenen Geschwindigkeiten. Das kann man gut beobachten, wenn ein Lkw auf die mittlere Spur wechselt und alle folgenden, schnelleren Fahrzeuge abbremsen müssen. Es dauert recht lange, bis sich der durch die Bremsvorgänge ausgelöste stockenden Verkehr wieder auf normalem Niveau eingepegelt hat.

120 km/h Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen, überwacht

Schlimmer wird es, wenn der zum Überholen ausgescherte Lkw ein »verbotenes« Elefantenrennen beginnt. Manchmal ist der Geschwindigkeitsunterschied bei einem solchen Überholvorgang nur 1 km/h.

Ich plädiere für eine überwachte Geschwindigkeit auf Autobahnen von 120 km/h.

Der Geschwindigkeitsunterschied ist nicht hoch und, ich bemerke immer wieder, wenn ich im Ausland mit solchen Geschwindigkeiten fahren muss, sehr entspannend und angenehm. Der Verkehr fließt und Staus aufgrund oben beschriebener hausgemachter Probleme gibt es faktisch nicht. Der Spritverbrauch sinkt und das was hinten raus kommt ist außerdem geringer. Der Vorteil liegt auf der Hand.

Ich weiß, dafür fährt man länger und verbraucht länger Kraftstoff und es kommen länger Schadstoffe aus dem Auspuff.

Allerdings immer noch weniger, als wenn man mit einer Affengeschwindigkeit von Stau zu Stau rast.

Überwacht müsste werden, da wir Deutsche bei allem was mit dem Auto zu tun hat auffallend disziplinlos, rücksichtslos und egoistisch sind.

Disziplinloses Verhalten im Straßenverkehr

Solchem Verhalten versuchte man schon in den 70ern entgegenzuwirken mit der Aktion: Hallo, Partner, danke schön!

Leider scheinen wir nur zu lernen, wenn es an den Geldbeutel geht. Da die Strafen im Vergleich zum europäischen Ausland als gering und aus der Kaffeekasse bezahlbar einzustufen sind, ändert sich wenig, wenn man ab und zu mal erwischt wird.

Die letzte Kontrolle durch die Polizei liegt bei mir inzwischen gute dreißig Jahre zurück.

Vor Radarstationen wird in der örtlichen Presse und im Radio gewarnt und wem das nicht reicht, der hat einen Radarwarner im Handy installiert.

Ich fahre lieber mit meinem Fahrrad in Köln, auch wenn das häufig nicht ungefährlich ist

Alles Dinge, die mich beim Autofahren nerven und ich vorzugsweise, trotz bescheidener Infrastruktur für Radfahrer in Köln mit dem Rad fahre.

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